Das Ehrenmal

Der Pius-Stein ist das Ehrenmal der Bürgerschützengilde Marl-Lippe e.V.

An dieser Stelle sprechen wir einen besonderen Dank aus.
Dieser Dank gilt dem Schützenbruder Kirsten Stricker, welcher sich um die Hege und Pflege des Ehrenkmales kümmert.

In der Vergangenheit hat sich Josef Kirchberger bereits hervorragend um das Ehrenmal gekümmert.

Die Geschichte des Ehrenmales kann auf der Folgeseite in der kompletten Historie verfolgt werden.


Kurzübersicht:

1872
Der Piusstein wurde von Lipper Bürgern am

Standort Piusstraße, Schulhof der ehemaligen Paulusschule

westlich der großen Linde am Haupteingang des Fortbildungszentrums der Hüls AG errichtet.

 

1952

Neugründung der Bürgerschützengilde Marl-Lippe.

 

1953

Renovierung des Steines und Verlegung zum Platz Nordstraße-Piusstraße.

Ab hier Pflege und Instandhaltung durch die Bürgerschützengilde Marl-Lippe

Einweihung am 07. Juni

 

1993
Erneute Renovierung und Verlegung des Ehrenmarls zur Lippestraße.

Einweihung am Volkstrauertag 14.11.1993

Fertigstellung mit Überdachung im Mai 1995

2005

Ein neuer Abschnitt ‚Die Umgestaltung des Ehrenmales 2005‘ enstanden durch die Idee unseres Ehrenmitgliedes Hans Wessing und Stiftung des neuen Findlings von unserem Ehrenvorsitzenden Josef Pöter. Dazu einen ganz herzlichen Dank von dieser Stelle, auch an alle beteiligten Helfer…!

Der Pius-Stein ist das Ehrenmal der Bürgerschützengilde Marl-Lippe e.V.

Das Ehrenmal der Lipper Schützen, welches aus dem Jahre 1872 stammt, leitet seinen Namen von zwei Päpsten ab. Erstens war zur Zeit seiner Stiftung die Amtszeit von Papst Pius IX. , die von 1846 bis 1878 ging, zweitens von Papst Pius XII., der durch seine Dogmaverkündung von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel am 1. November im Jahre 1950 im Namen verewigt wurde. Gleichzeitig wurde eine würdige Gedenkstätte für die Gefallenen aller Kriege und für die Opfer der Heimat errichtet.

Was ist ein Dogma? Dogma, das sich aus dem griechischen ableitet, bedeutet wörtlich übersetzt: „Meinung, Lehrsatz“

Nach der katholischen Lehre ein Satz, den die Kirche als eine von Gott geoffenbarte Wahrheit erkennt und verkündigt, der daher unveränderlich ist und absolut zum Glauben verpflichtet.

Nach evangelischer Auffassung ist ein Dogma ein Satz, der einen Offenbarungsinhalt, wie er in der Bibel enthalten ist wiedergibt, der als menschlich bedingte Aussage freilich grundsätzlich veränderlich und überholbar ist. Das Dogma ist hier keine Verpflichtung zum Glauben, es ist zusammengefasst in den Bekenntnissen.

Die in den Stein eingemauerte Urkunde hat folgenden Wortlaut: Im Jahre des Heils 1953, im 16. Jahre des Pontifikates Pius XII. , am 2. Sonntag nach Pfingsten, dem 7. Juni: Als Dr. Michael Keller Bischof von Münster und Hubert Niehaus Pfarrer von St. Georg waren: Unter der Amtszeit des Bundespräsidenten Dr. Theodor Heuß, des Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer und des Stadtbürgermeisters von Marl Rudolf Heiland

Der ursprüngliche Standort des Piussteines war an der Piustraße ca. 5 Meter westlich der großen Linde, später wurde er umgesetzt zur anderen Seite der Linde, in Richtung in der auch die Zimmerei der Fa. Fallböhmer stand. Um 1950 wurde der Stein dann wieder versetzt und zwar zur Piusstraße am Eingang der Paulusschule, die später dann lange Zeit der Hüls A. G. als Fortbildungszentrum diente.

Als erste und ganz wichtige Aufgabe übernahm mit der Einweihung am 07. Juni 1953 die junge Bürgerschützengilde Lippe die Pflege und Instandhaltung des Ehrenmals. Eine erneute Restaurierung und Verlegung fand im Jahre 1993 statt.

Auf einem Grundstück an der Lippestraße Am Kanal, welches der Schützenbruder Hans Wessing freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat fand das Ehrenmal mit der Einweihung am Volkstrauertag 14.11.1993 seinen noch heute bestehenden Standort.

Dieser Platz und auch die vorherigen, wird und wurde von 4 Findlingen eingerahmt zum Gedenken der Gefallenen und Vermissten der Kriege 1870-71, 1914-18 und 1939-45 sowie derOpferderHeimat 1939-45.

Im Kriege 1870-71 war das einzige Opfer der Lipper Bürger im Kirchspiel Marl St. Georg, ein gewisser Heitfeld, genannt Brauckhoff. Im Weltkrieg 1914- 18 haben 5 Lipper Bürger ihr Leben gelassen. im 2. Weltkrieg 1939-45 sind 17 Gefallene zu beklagen, 10 sind bis zum heutigen Tag verrmisst.

Durch Feldeinwirkungen kamen 11 Angehörige ums Leben.

Diese beschrifteten Findlinge die um das Ehrenmal gruppiert sind, sind in den 50ger Jahren in einer Nacht und Nebelaktion mit einem Trecker aus der Hohen Mark geholt worden. Da dieses natürlich nicht gestattet war, hatte man auch gleich das Pech, dass eine Fahrradstreife der Polizei den Schützen folgte. Nachdem man erwischt worden war, wurde der Polizei der Hintergrund erklärt und diese zeigte sehr viel Verständnis, denn diese Findlinge verzieren den Standort des Ehrenmals hervorragend. Im Mai 1995 wurde dieser Platz zusätzlich überdacht und ist heute wirklich ein anschaubarer Platz geworden, auf den die Lipper Schützen recht stolz sind.

Hier muss man einen riesigen Dank dem Schützenbruder Kirsten Stricker aussprechen, der sich der Hege und Pflege des Ehrenmals und des Platzes angenommen hat. In der Vergangenheit hat sich Josef Kirchberger bereits hervorragend um das Ehrenmal gekümmert.

Um noch mal auf die Tradition zurückzukommen, so ist allseits überliefert, dass der Stein von Lipper Bürgern gestiftet wurde.

Aber es gibt auch eine Geschichte, die von älteren Bürgern hinter etwas vorgehaltener Hand erzählt wird. Von drei jungen Burschen, die eine große kirchliche Verfehlung begangen hatten, sie sollen angeblich ein Holzkruzifix zerschlagen haben.

Einer dieser Burschen wurde kurze Zeit später auf der Lippe von einem Pferd erschlagen. Aber auch den zweiten ereilte schon nach kurzer Zeit das Schicksal, denn er kam bei der Arbeit in einer Mühle ums Leben. Der dritte Bursche sollte zur Armee eingezogen werden, denn zu dieser Zeit stand man unter Bismarck im Krieg mit den Franzosen unter Napoleon III. , welcher vom 15.07.1870 bis zum 26.01.1871 dauerte.

In diesem Krieg fiel nur ein Bürger des Kirchspiels Marl und das war ein gewisser Heldfeld genannt Brauckhoff, welches auf einer Gedenktafel in St. Georg verewigt wurde. Zum Bedauern vieler Marler Bürger ist leider heute die Gedenktafel in der Georgskirche nicht mehr zu sehen.

Aus Angst vor dem Krieg machte sich der dritte Bursche aus dem Staub und ging über die holländische Grenze, aber hier kam er vom Regen in die Traufe, denn er geriet in die Fänge der holländischen Fremdenlegion und so kam es, dass er in Indochina für die Legion kämpfen musste. Das asiatische Klima soll er aber nicht vertragen haben und er erkrankte sehr schwer in diesem Gebiet.

Nachweislich soll er dann einen Schwur getan haben, der besagte, wenn er noch mal heil in die Heimat zurückkehren sollte, würde er einen Ehrenstein für seinen Heimatort stiften. Leider soll er nur bis Bochum gekommen sein, aber dort auch den Auftrag für die Errichtung des Steines gegeben haben.

Hierher soll auch die in Fuß gemeißelte Inschrift ‚Topulo in Bochum“ rühren.